Noho Marae

16
März
2

An der AUT wird jedes Jahr von der Maori-Belegschaft ein großes mehrtägiges Fest veranstaltet, das dem kulturellen Austausch und dem gegenseitigen Kennenlernen gewidmet ist. Jeder sollte für den ersten Abend ein selbst zubereitetes und für das eigene Land typische Essen mitbringen.

Haka

Haka

Maraes sind zeremonielle, mit Schnitzereien geschmückte Gebäude, oder überdachte Plätze, die in der Kultur der Maori von zentraler Bedeutung sind. Alle bedeutenden Ereignisse im Leben eines Maori, wie Geburt, Hochzeit oder der Tod werden hier gefeiert. Es heißt das Leben eines Maori beginnt im Marae und endet auch dort. Die AUT hat hier auf dem Stadtcampus ein eigenes, sehr schön geschmücktes Marae, worauf die Maori zu Recht stolz sind. Speisen und Getränke innerhalb des Marae sind tabu und es darf auch nur barfuss betreten werden.

Am ersten Abend wurde nach der Begrüßung erstmal viel gegessen und anschließend in der campuseigenen Bar, der Vesbar, noch mehr getrunken und gefeiert.

Für den Samstag waren dann mehrere Events angelegt. Wir haben einen traditionellen Maori Song (Pokarekare Ana) gelernt, der von einem Krieger handelt, der wegen eines reißenden Flußes (dem Waiapu) dazu verdammt ist von seiner Liebsten getrennt Leben zu müssen. Verzweifelt besingt er sie vom anderen Flußufer aus in der Überzeugung nur ihre Schönheit sei in der Lage den Fluß zu besänftigen. Tragisch.

Anschließend haben wir das “Stick Game” gelernt, ein traditionelles Spiel, bei dem sich die Spieler in zwei Reihen gegenübersitzen, ein Lied singen (E Papā Waiari) und dabei mit jeweils zwei Stöcken (in unserem Fall zusammengerollten Zeitschriften – safety first :) ) auf Zuruf im Takt verschiedene vorgegebene Rhythmen klopfen müssen. Dabei werden die Stöcke zwischendurch an den jeweiligen gegenübersitzenden Spieler weitergereicht.

Nach gut eineinhalb Stunden Geklopfe war der Vormittag dann auch um und nach dem reichlichen Mittagessen, bei dem ich feststellen musste, dass Süßkartoffeln (Kumara) ganz entsetzlich, die kleinen Pasteten, die die Maori extra für Vegetarier zubereitet haben, dafür aber umso fantastischer schmecken, gings dann mit dem eigentlichen Höhepunkt des Noho Marae, dem Haka, einem kraftvollen Maoritanz, weiter.

Es gibt eine ganze Reihe verschiedenartiger Hakas und nicht alle sind zwingenderweise Kriegstänze. Unserer, der schnell zu erlernende “Ka Mate”- Haka war aber ein solcher und entsprechend martialisch und testosteron-geschwängert gings dann auch zur Sache. Hier mal der Text + freie Übersetzung.

Ka mate, ka mate! ka ora! ka ora!

Ich werde sterben ! Ich werde sterben ! Ich werde leben ! Ich werde leben !

Ka mate! ka mate! ka ora! ka ora!

Ich werde sterben ! Ich werde sterben ! Ich werde leben ! Ich werde leben !

Tēnei te tangata pūhuruhuru

Der haarige Mann, der hier steht,

Nāna nei i tiki mai whakawhiti te rā

erschuf die Sonne und brachte sie zum Scheinen.

Ā, upane! ka upane!

Ein Schritt aufwärts ! Ein weiterer Schritt aufwärts !

Ā, upane, ka upane, whiti te ra!

Ein Schritt aufwärts ! Ein weiterer Schritt aufwärts ! Die Sonne strahlt !

Mein Getänzel Haka war vielleicht noch nicht ganz so beeindruckend, wie der der furchteinflössenden Maorifleischberge, die ihn uns beigebracht haben, aber falls mir in Zukunft irgendjemand dumm kommen sollte, werde ich nicht zögern ihn erbarmungslos und mit voller Härte einzusetzen ! Dann heißt es Pech gehabt, Freundchen :ninja:

Die Mädchen haben den Poi gelernt, einen Tanz bei dem man einen kleinen Ball an einer Schnur durch die Gegend schleudert, hübsch aussieht, mit den Augen klimpert und dazu ein Lied singt. Tja, so ist das halt in einer von harten Kriegern dominierten Gesellschaft :)

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Pepe & ich in tiefer Kontemplation

Abends ist dann das Gelernte nochmal voreinander aufgeführt worden. Die Mädels haben den Jungs den Poi vorgetanzt und die Jungs den Mädels den Haka. Bilder versuch`ich nachzureichen. Muss aber erstmal rumschauen, ob irgendjemand welche hat.

Ein Stickgame – Bild hab ich zumindest schonmal gefunden. Fehlt nur noch eines vom Haka.

Die Maori, die das Ganze im Übrigen ehrenamtlich veranstaltet haben, waren allesamt herzlich und offen und haben mit viel Engagement und Einsatz dafür gesorgt, dass alle ihren Spaß hatten und niemand zu kurz gekommen ist. Alles in allem wirklich ein Super-Wochenende.

2 Kommentare

  1. eff vom deich on März 21, 2009 1:03

    hallo haariger mann der da hinten?unten? steht,
    ka ora, ka mate….und ka ora dann wieder.habe sehr gelacht beim lesen deines artikels.hat spaß gemacht.
    und pokarekare hanna schent mir ein treffender song zu sein.Ok, alter kiwi – sei geherzt….und :) lern den poi, schatzi!

  2. kathi on März 27, 2009 2:08

    hallo!
    jau ich hab auch herzhaft gelacht. aber ich würd auch gern ein filmchen sehen, wie du dein tänzchen machst ;-)
    liebe grüße

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